Mein 1 Marathon und Weltrekord

Mein 1 Marathon 20.05.2012 und gleich den Weltrekord geschnappt

Soso ich laufe also meinen ersten Marathon in Würzburg, bis hier noch ganz normal.

Normal können andere und wieso ich mich immer begeistern lasse, für jeden Quatsch, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Stephan Klein auch bekannt als Wiki erzählte mir von einem Vorhaben wo ein paar Leute zusammengekettet einen Marathon absolvieren, im ganz morderaten Tempo.
Ich werde es irgendwann mal lernen das solche Dinge sich bei Wiki banal anhören und recht harmlos. Ich hatte ja keine Ahnung was dahintersteckt. Bis Dato bin ich nur Halbmarathon gelaufen.
Aber dieser Satz“….moderates Tempo und 9 er Schnitt und so „ brachten meinen Kopf in Wallung und ich sagte zu. Ein erfahrender Läufer wie er wird …ach was weiss ich was ich da dachte.

Ich befasste mich eigentlich gar nicht mit diesem Thema und wollte auch wieder absagen. Aber einmal ja gesagt fällt es mir schwer abzusagen.

Meine Trainingsvorbereitungen habe ich dennoch nicht gestartet weil ich mir sicher war letztenendlich abzusagen.

19.05.2012
Es ging um den Titel im Guiness World Records Book
Die grösste aneinandergekettete Menschenmenge die einen Marathon absolvieren.
Man wollte einen Rekord aus England schlagen, wo naja, ich wusste es nicht … auf jeden Fall waren wir 74 Menschen und somit war die erste Hürde geschafft.

Diese Gruppe bildete sich aus den Cabanauten, eine Gruppe Verückter die sich Deutschland weit über das Internet organisieren und viele bekloppte Dinge machen.

Nun wie verbringt man den Tag ….den Tag wo es heisst morgen laufe ich, den ersten Marathon meines Lebens. Richtig mit Sightseeing den ganzen Tag und Abends Party bis in die Nacht rein.
Geschlafen wurde auf den Brettern eines Duschzeltes. Ich bin vor Aufregung und geschnarche der Leute erst so um die 5 Uhr eingeschlafen und um 6:30 wurden wir geweckt. Ich fühlte mich grausam und geschlaucht. Wann ist der beste Zeitpunkt um zu verschwinden? Ich weiß es echt nicht. Alle Läufer hatten lustige Kostüme an und statteten sich mit Trillerpfeifen und ein ganz Besonderer mit einer Vuvuzela aus. Es wurde versucht abzusprechen welches Tempo gelaufen wird und wie man Haltesignale vermittelt. Ich muss zugeben ich hatte nichts verstanden. Ich hab nur gewartet auf den Satz „ Moderates Tempo 9 er Schnitt“ Na toll ich habe den wohl verpasst. „frown“-Emoticon Mein Outfit war übrigens schwarz. Schwarze Hose ,Schwarzes Hemd und schwarze Kappe. Ich wollte ja cool aussehen, dass war schon wieder eine Idee die ich lieber nicht gehabt hätte. Denn der Tag sollte ein sehr heisser Tag werden.

Die Kette lag bereit…

Da lag sie nun, knapp 30 Meter lang im 1,50 Meter Abstand immer 2 Ketten nach rechts und links so das 2 Läufer zusammen laufen können. Ich habe mich im hinteren Drittel angekettet und dachte, wenn ich hier Stopp rufe dann geht das schon irgendwie. Neben mir kettete sich Jürgen an. Er hatte sich kurzfristig der Gruppe angeschlossen. Ich nenne ihn heute den Sensei der Schmerzen. Beurteile nie einen Sensei nach seinem Aussehen. Ich sagte zu ihm „ Hey mach dir keinen Sorgen das wird schon und gab weiter blöde Kommentare ab. Ich wusste nicht das ich ein riesen Glück hatte das genau der neben mir war. Huch jetzt wird es offiziell, ein Notar ging an der Kette entlang und zählte und registrierte die Läufer. Bähmm … Ausrede hin oder her jetzt ist es amtlich, steige ich jetzt aus ist der Rekord futsch. Verdammt, Verdammt, Verdammt schoss es mir durch den Kopf.

Startschuss….
Nichts ging vorwärts , es wurde in Blöcken gestartet .

Startschuss die III
Jetzt aber, es ging auf die Linie zu. Ich war mir nicht sicher ob alle wussten das dies schwer sein könnte, denn alle tanzten in Ihren Ketten und lachten und machten Krach. Worauf habe ich… es ging los. Ein 9er Schnitt fühlt sich anders an … Definitiv anders ! Ich versuchte mich sofort darauf zu konzentrieren nicht den Vordermann auf die Füsse zu laufen und nicht zu langsamm das der Hintermann mir auf die Füsse läuft. Ich musste die Kette, weil sie etwas länger war, hochhalten. Es zwickte hier und dort. Schräg hinter mir war der Vuvuzuela Mann, der alle Nase lang in dieses Dingen bliess. Dieser Sound aus Pfeifen, Glocken, Schlachtgesang und Vuvuzela machte mich Wahnsinnig. Da half auch nicht die um mich herum genervt anzuschauen. Mir war klar die werden weitermachen bis zum bitteren Ende. So liefen wir nun daher …der Sensei schien gar nicht müde zu werden. Er merkte auch meine Verzweiflung. Nun gab er mir Tipps, die echt Goldwert waren. So spulten wir die ersten 21 KM dahin. Hey ich sah auf die Uhr, von wegen Moderates Tempo, dass war bis jetzt meine schnellste Halbmarathon Zeit. Die Kette stoppte weil eine Läuferin Ihren Schuh zumachen musste. Ich blieb stehen und fühlte starken Schwindel. Man bemerkte diesen desolaten Zustand und man reichte mir Salztabletten, die ich wie ein Rettungsanker gegessen hatte.
Nun wurde es schwerer und schwerer. Die Beine brannten und der Schwindel war immer noch da. Die Pinkelpausen waren immer eine Pause wo man durchatmen konnte. Lustig war sie, wenn alle 74 zusammen verichteten weil sich keiner abketten durfte. Sonst wäre der Rekord nicht geschafft. Ich kam auf die geniale Idee meine Hände in die Kette zu drehen und mich ziehen zu lassen. Fällt ja nicht auf. Die Idee war wieder nicht von Erfolg gekrönt, denn jetzt brannten noch die Handgelenke.

KM 30 der Zusammenbruch

Wir liefen unter einer Brücke durch und liefen am Main entlang. Plötzlich stoppte die Gruppe. Etwas weiter hinten ist ein Läufer umgekippt. Die Temperaturen waren da so um die 28 Grad. Man gab dem jungen Mann Wasser und Salz. Mein Gedanke war in dem Moment, ok … ein anderer ist also Schuld. Hauptsache Ich nicht !

Ein Polizist der neben uns stand sagte: Es ist mutiger auf zu geben als Grenzen zu überschreiten. Ich nickte und sah mir Gesichter an die auch alle zustimmten aber traurig schienen.

Mittlerweile stand der Junge Mann, rot im Gesicht, wieder auf den Beinen. Er meinte es geht wieder, bittet aber um Reduzierung des Tempos. Ob ich mich freute weiß ich nicht mehr, aber jetzt wollte ich das Dingen auch zuende bringen. Der Schwindel kam schnell wieder und ich dachte mir es könnte an den schwarzen Sachen liegen. Also zog ich mein Hemd aus und lief Oberkörperfrei durch Würzburg. Es war mir egal ob die Leute schmunzelten. Die Geschwindigkeit wurde nur selten aufgenommen, weil es war nicht mehr drin. In so einer Kette läuft man nicht flüssig, dass war jetzt ein hartes Problem. Mittlerweile waren wir schon 6 Stunden auf Rekord Jagd. Normalerweise ist jetzt aus. Mitgereiste Verwandte beknieten die Würzurger Orga zu verlängern und hatten Erfolg. Der Polizist fuhr zur Sicherheit neben uns her und regelte den Verkehr, denn der wurde wieder geöffnet nach 6 Stunden. Auch der Notar fuhr mit seinem Rad neben uns her und feuerte uns an. Ich höhrte immer diesen Satz, noch 1 KM Carsten. Damit wollte man mir Mut machen und ich glaubte ihnen, Km für KM. Da die Dönerbude kenne ich noch von gestern Abend. Ich wollte schneller laufen aber es ging nicht mehr.
Ziel: …….
200 Meter die eine Ewigkeit dauerte. Nach 6 Stunden 40 Minuten gingen wir durch das Ziel.
Man klatschte sich gegenseitig ab und freute sich. Keiner war böse auf mich das ich gebremst hatte. Ich traute mich nicht meine Kette abzumachen. Und fragte immer wieder nach. Ich liess die Kette dann fallen und war jetzt irgendwie komisch drauf , habe ich sie 6 Stunden 40 Minuten lang verflucht, so bin ich jetzt traurig sie nicht mehr zu tragen. Nun musste nur der Notar bestätigen das wir es geschafft haben. Er redete mit der Orga wegen der Verlängerung. Alle saßen auf der Treppe und warteten. Geschafft, der Notar hat es bestätigt. Es wurde ein Foto gemacht. Auf dem Foto sitzen alle auf der Treppe die dabei waren. Zu diesem Zeitpunkt saß ich hinter diesem Stein. Die Orga hatte extra noch was zu Essen besorgt. Die leckerste Melone meines Lebens. Ich ging dann humpelnd, denn alle Muskeln waren zu. Dann zum Auto. An der Ampel angelehnt, immer noch Oberkörperfrei, habe ich ein paar Grün Phasen verpasst. Einge hupten und ich träumte vor mich hin.

Auf den nachause Weg haben wir noch MC Donald überfallen.

Scheiss auf die Schmerzen, denn ich habe meinen ersten Marathon geschafft und das mit Weltrekord. Das können die wenigsten sagen. Ätsch ! Und der Rekord ist nach wievor ungeschlagen. Ob ich das nochmal machen würde?

Wer weiß … aber nur im moderaten Tempo im 9er Schnitt „tongue“-Emoticon

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