Venloop ist nur einmal im Jahr

Jeder Läufer kennt diesen Lauf aus dem Land der Tulpen.

Die Rede ist vom Venloop.

Seit 6 Jahren laufe ich einmal im Jahr diesen Lauf.

Es gibt viele Läufe wo man irgendwann denkt

 „ ok muss ich nicht mehr unbedingt haben“

aber dieser Lauf ist für mich wie das Wimbledon für Boris Becker sein Wohnzimmer.

Ein Tag danach sitze ich nun hier und die Beine brennen noch ein wenig nach und erinnern mich an gestern.

Die Nacht war kurz und ich schlürfte schon um 5 Uhr meinen Kaffee. Ich freute mich das es gleich los geht und packte meine Tasche. Irgendwas hatte ich vergessen, aber ich kam nicht drauf. Wird wohl nichts wichtiges gewesen sein. Das Herz lag bereit, 3 Shirts, 2 kurze Hosen, eine lange Hose und 2 Sonnenbrillen. Man muss auf alles vorbereitet sein. Dank Hertis Tip noch Klo Papier und Vaseline.

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Um 10 Uhr ging es dann mit Louise und Herti auf die Reise, rüber ins Land der Frau Antje. Angekommen dort im Stadion, ich weiß gar nicht wer da überhaupt spielt. Auf jedenfall ein Verein mit schwarz gelben Farben. Holländer haben eben Geschmack. Ging es mit dem Shuttle Bus auch bis in den Startbereich. Service wird hier ganz groß geschrieben. Wir fanden auch schnell unsere Laufgruppe. Katja ist schon einen Tag früher angereist und erwartete uns bereits mit der Laufgruppe der Happy Running Family. Die 2 Stunden Wartezeit bis 14 Uhr zum Start, verbringt man gerne als Läufer mit nach horchen der Wehwechen und dem Füllgrad der Blase.

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Um 13:40 ging es dann in den Startbereich dort trafen wir weitere bekannte Gesichter. Ich war nun 20 Minuten damit beschäftigt von 2 Läuferinnen die Batman vs. Superman Kompressions-Strümpfe zu bestaunen. Cool…will ich auch. 14 Uhr war wohl da vorne bei den schnellen der Startschuss und man ging im Walking Dead Modus ca 25 Minuten Richtung Startlinie. Nun kam Nervosität auf und man nahm sich feste vor nicht zu schnell anzulaufen.

Zusammen liefen Louise, Katja, Herti und ich dann los. Nur nicht zu schnell schoss es mir immer durch den Kopf.

Ich habe es wieder verbaselt, die Zuschauer jubeln einen so dermaßen zu das ich dann immer dazu neige einen Schritt schneller zu laufen als ich will. Gut das Herti und Katja mir das auch sofort immer sagten. Die ersten 4 KM waren rum, da kam auch schon der Durst. Das Herz wurde jetzt schon tierisch warm. Ich freute mich schon auf KM 5 wo es die erste Verpflegung gab. Frisch gestärkt und immer noch am glühen, im Plüsch, ging es dann weiter. Ich fragte mich schon wie viele mich noch überholen würden. Katja und Louise liefen nun etwas schneller und waren auch bald aus den Augen. Herti blieb bei mir, ich schwor mir den nicht zu zujammern. Nun fand ich langsam den Tritt und die Atmung und die Hitze wich auch langsam aus dem Kopf.

KM 9 das kleine Örtchen „Steyl“

Steyl steht eigentlich für den Spirit den der Venlopp ausmacht. Man läuft in Venlo von Stadtteil zu Stadtteil. Das besondere ist das jeder Ort eine Party veranstaltet. 21 KM Partymeile die man nicht vergisst. Die Niederländer sind ein Volk was es versteht zu feiern. Jeder, vom 1 Läufer bis zum letzten, wird angefeuert das es einem die Sprache verschlägt. Hier steht alles auf der Straße was nicht Niet und Nagelfest ist. Hier stehen Couchgarnituren draußen, Musikanlagen und DJ´s und Kapellen rundeten jede Party ab. Hier steht alles auf der Straße . Schlafende Babys bis hin zur älteren Generation auf dem Rollator und Co. Und auch Hunde waren überall zu sehen. Die Hände werden einem überall entgegengestreckt zum abklatschen. Man bot uns Wasser, Wein und Bier an. Der ein oder andere kam auf die Strecke um ein Stück mitzulaufen. Immer wieder hört man seinen Namen, der auf der Startnummmer steht. Schade das ich nicht so gut Niederländisch kann aber es klang alles positiv.

Steyl hat auch gewonnen in der Dekoration und Partystimmung. Hier darf auch gerne mal ein Tränchen der Rührung lau…… Nein es war mein stahlharter Männerschweiß der lief. 🙂 Bei Km 10 freute ich ich auf die Nonnen am Kloster die leider schon wieder im Kloster waren.

Herti war uberings immer noch da. Langsam kam das Gefühl bei KM 15 auf das es jetzt ok wäre wenn man nur noch 1 KM zu laufen hätte. Gehpausen wurden eingelegt und Herti gab mir so nen Marshmallow, was ich nicht essen durfte sondern in der Backe zerlaufen lassen sollte. Hab es nicht lange ausgehalten und habe es dann doch weggeputzt, weil das echt lecker war.

Louise die mit der Katja schon weg war, hatte wie wir auch ein Plüschherz an. An allen Ecken hörten wir das die Frau schon lange durch sei. Soweit reichten meine Sprachkenntnisse noch. Ich überlegte auch nach einer schlüssigen Ausrede die Herti schon mit einem „ Wir sind auch viel fetter“ beantwortete. Das war dann auch für mich schlüssig und einleuchtend.

Die Kräfte fingen an immer mehr abzudriften, aber die Partys am Rande bauten einen immer wieder auf. Die letzte Brücke und dann waren es nur noch 1,5 Km. Herti zog an und ein Läufer sagte mir „ schau mal der haut einfach ab. Das ist nicht nett“ Ich sagte Ihm „ Du kennst Herti nicht“ in dem Moment drehte Herti sich bei dem noch 1 KM Schild um und ich konnte den Typen sagen „ Siehst du? Nicht mit Herti, der würde das nie bringen. Schön solche Laufpartner zu haben.

Wir liefen durch die letzten Kurven wo uns ein Sturm voller roten Tröten empfing. Ich sah nur noch Hände und jubelnde Menschen. Hammer, einfach Hammer und wieder lief der stahlharte Männerschweiß in die Augen. Ich wäre noch fast in ein Motorrad mit Kamera rein gelaufen. Ich versuchte mich alle 2 Meter zu bedanken. 40 Meter 30, 20 ….10 … 5 einmal stehen bleiben vor dem Ziel um drehen und sich tief verbeugen vor den Eindrücken. Der Moderator sagte noch zu uns Herzlauf unsere Freunde aus Deutschland. DANKE VENLO , DANKE VENLOOP für diesen tollen Tag.

Anmerkung: Louise entgegnete mit der Aussage das wir fetter wären, daß Sie auch älter sei zusätzlich. Ich dachte nur noch „ deswegen auch erfahrender“

Ich freu mich schon auf Venloop 2017

Achja was hatte ich vergessen? Meine Lauf-Socken …gut das Herti an alles denkt und noch ein Paar dabei hatte

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