Mein Anfang

Carsten, versuch es mal mit Laufen sagte mir einer und lachte. Nun ein Federgewicht war und bin ich eigentlich immer noch nicht! Gut sagte ich, ich werde beweisen das ich es kann. Es sprach sich schnell herum…schau der Dicke will laufen. Mal verletzte es mich, mal ärgerte es mich und letzteres war die beste Motivation. Ziel war der 1. Benrather Schlosslauf am 23.08.2009 bis dahin hatte ich noch 2 Wochen Zeit. Ich bekam ab da viele gute Tipps.

Lauf nicht Carsten, tu dir das nicht an!

Denk an dein Gewicht! Du wirst das nicht schaffen!

Überleg dir das lieber nochmal!

Die anderen sind doch alle trainiert!

Und jeder dieser Tipps brachte mich zur Erkenntnis „ Und jetzt erst recht“ Ich hatte echt keine Vorstellung wie es ist 5 KM zu laufen. Dementsprechend nervös war ich schon etwas. Aber ich versuchte mir das nicht anmerken zu lassen.

23.08.2009 auf nach Benrath … Ich wunderte mich das alle gelbe Shirts trugen. Ich ging zum Tisch, nahm mir den Anmeldezettel und füllte meine erste Anmeldung aus und stand plötzlich da, ebenfalls im gelben Shirt. Irgendwie fühlte ich mich total beobachtet. Sah man es mir an, dass ich zum ersten mal laufe ? Beim Start ging ich natürlich sofort In die erste Reihe, was natürlich eine total blöde Idee war wie sich später rausstellte. Von 10 wurde von allen Läufern (außer mir) laut rückwärts gezählt. Ich erinnerte mich plötzlich an alle netten Ratschläge. Bei meinen ersten Lauf Metern wurde ich sofort weggeschoben. Ich hatte ja keine Ahnung das man sich nicht als Anfänger in die erste Reihe stellt. Die 5 KM die vor mir lagen war ein 2 Runden Kurs. Ich bin natürlich so schnell angegangen das ich am liebsten nach 500 Meter ausgestiegen wäre. Aber irgendwas sagte in mir, wenn du das tust wirst du es bereuen. Also wurde ich erst mal kräftig nach hinten durchgereicht. Ich bemerkte Streckenposten die mich anfeuerten. Ich war total erstaunt darüber, war ich doch ganz hinten und mit den Kräften doch schon am Limit. Aber noch lief ich weiter. Immer wieder dachte ich an die Ratschläge und je mehr ich darüber nachdachte desto schneller wurde ich. Ich holte plötzlich auf und fing an Leute zu überholen. Ich schämte mich irgendwie dafür und hätte ich Puste gehabt hätte ich mich bei allen entschuldigt. Die erste Runde war dann auch vorbei und plötzlich bekam ich Seitenstechen. Das zog sich noch 2 KM lang dahin. Ein Läufer der wohl meine Gewichtsklasse hatte, holte ich jetzt auch ein. Der war ganz schön am leiden. Er tat mir so leid, dass ich neben ihm herlief. Wir liefen dann zusammen in die Innenstadt rein. Da ist die Zielgrade schoss es mir durch den Kopf…ich klopfte dem Mitläufer auf die Schulter und wollte meinen Glückwunsch aussprechen als er plötzlich anzog. Das hat mich ebenfalls explodieren lassen und ich versuchte ihn einzuholen. 2 Dicke die auf das Ziel losschossen, mussten lustig ausgesehen haben. Durch den engen Zielkanal konnte ich nicht mehr vorbei. Als man mir meine erste Medaille um den Hals legte, realisierte ich das ich trotz aller Warnungen meinen ersten Lauf geschafft hatte.

benrfatth 2009

In 0:34:21 mit dieser Zeit kann man natürlich nichts anfangen wenn man keinen Vergleich hat. Ich stürmte sofort in ein Eiscafé und bestellte mir das größte Glas Cola was es gibt. Während ich da so meine 2 Cola trank, sah ich den 10 KM Läufern zu. Meine Güte das würde ich nie schaffen. Ein Läufer neben mir erzählte von einen 7 Meilen Lauf der in 2 Tagen in Zons stattfindet. Berauscht durch die 5 KM dachte ich mir, nun gut, wenn ich 10 KM nicht schaffe dann wohl 7 Meilen. Über Meilen hatte ich mir keine Gedanken gemacht. Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie von einer Dampfwalze überfahren. Der Körper schrie, geh nicht nach Zons. In Zons wirst du untergehen. Christos der mir den Floh gestern ins Ohr setzte rief an um sich nach meinen Befinden zu erkundigen und ich hörte mich wie ich sagte : Hmmm relativ gut und den Zonser Nachtlauf können wir machen. Alle Versuche leicht zu laufen waren mir nicht möglich. Aber anrufen und absagen wollte ich auch nicht und hoffte auf ein Wunder. Das Zons plötzlich den Lauf absagt. Ich bekam viele Anrufe, man gratulierte mir zu den 5 KM und jedem sagte ich das es leicht war. Ich suchte ja immer noch nach einer Ausrede für morgen. Am nächsten Tag waren meine Beine immer noch schwer und mir ist noch nichts eingefallen wie ich einen Rückzieher machen könnte.

Auf nach Zons 25.08.2009

Nun war es soweit. Mit der Fähre ging es rüber nach Zons. Komm sagte ich mir, 5 Km haste geschafft. Dann schaffst du auch 7 Meilen. Ich wusste immer noch nicht was Meilen sind, hab mir auch keine Gedanken gemacht. Nun steh ich da wieder eine Startnummer angepinnt. Die Beine waren immer noch müde und ich machte mich warm, wie alle anderen Läufer auch. Je mehr es auf 19 Uhr ging, desto nervöser wurde ich wieder. Zum Start ging eine Rakete in den Himmel. Aus Fehlern lernt man schnell und ich startete sehr weit hinten und versuchte mir vorzustellen wie ich meinen 2 Lauf einteilen werde. Also lief ich langsamer als in Benrath an. Das erste Schild mit einer 1 war auch schnell erreicht und ich hatte die schwere aus meinen Beinen bekommen. Ich fand es schön durch die Dunkelheit zu laufen. Es war natürlich anstrengend aber ich war stolz dazu zu gehören. Viele Anwohner hatten Fackeln im Garten stehen und das lenkte mich sehr ab, weil die Kulisse sehr schön war. Wir liefen raus aus der Stadt und wieder rein in die Stadt. Das Schild mit der 5 habe ich freudig wahrgenommen. Ich lief nun etwas flotter haben wir die „ Meilen gleich erreicht“ Hätte ich mal nicht angezogen . Ich stand fassungslos am Schild 7. Ich suchte witziger Weise das Ziel. Ich fragte erst die Anwohner dann die Läufer die mich auslachten. Wieso ? Hier ist doch das Ziel! Ein Läufer sagte mir dann das es doch nur KM Schilder sind und klärte mich auf was 7 Meilen sind. Die Zahl 11,263KM weiß ich heute noch ganz genau. Wie soll ich das jetzt überhaupt noch schaffen ? Ich traute mich jetzt nicht mehr zu fragen wo der direkte Weg zurück ist. Frustriert nahm ich erst mal wieder den Laufschritt auf und lief erst mal hinter her. Jedes KM Schild ignorierte ich beleidigt. Bei Km 10 dachte ich mir „ Hey 2 Tage vorher war das nicht drin in meinen Kopf“ Jetzt war ich wieder gut drauf . Ich freute mich sehr über diese 10 KM und war nicht mehr frustriert über die Fehleinschätzung der 7 Meilen. Die letzten 1,263KM konnte ich echt genießen und fand es zugleich schade das es vorbei war.

zons 2009

Mir drückte man beim Zieleinlauf eine Rose in die Hand. Ich ging sofort in die Turnhalle, bestellte mir 2 Kaffee und 2 Kuchen. Ab da war mir nicht mehr nach reden, sondern schwieg den Rest des Abends. Ich war mir sicher nach diesen 3 Tagen. Davon will ich noch mehr haben. Ich habe das Laufen für mich entdeckt und werde wohl nie weiter laufen wie 7 Meilen. Naja dachte ich eigentlich

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